Qiagen N.V.

Übernahmegerüchte bei Qiagen befeuern den Aktienkurs

Mit dem Ausscheiden des aktuellen CEO des Diagnostikunternehmens Qiagen NV (Venlo, Niederlande/Hilden, Deutschland) und bevor ein neuer Chef gefunden und präsentiert wird, scheint es laut Bloomberg Aktivitäten in der Führungsetage zu geben, ob ein Verkauf oder die Hereinnahme eines großen strategischen Partners nicht auch eine Alternative sein könnte. Wegen dieser Gerüchte schießt der Aktienkurs kräftig in die Höhe.

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Der Diagnostikkonzern Qiagen überprüft derzeit strategische Handlungsoptionen, die auch einen möglichen Verkauf des Unternehmens einschließen könnten. Das berichtet Bloomberg unter Berufung auf „mit der Angelegenheit vertraute Personen“. Demnach arbeitet Qiagen mit externen Beratern zusammen, um das Interesse potentieller Käufer auszuloten.

So habe der Aufsichtsrat in den vergangenen Wochen erste Gespräche mit mehreren Interessenten geführt, darunter auch strategische Investoren aus den USA. Die Überlegungen befänden sich allerdings noch in einem frühen Stadium, ein konkreter Transaktionsprozess sei nicht eingeleitet. Ob es letztlich zu einer Übernahme kommt, ist offen. Ein Unternehmenssprecher wollte die Informationen auf Bloomberg-Anfrage nicht kommentieren.

Die Berichte sorgten am Dienstag für eine deutliche Marktreaktion. Die Qiagen-Aktie legte kurz vor Handelsschluss zweistellig zu und gehörte damit zu den stärksten Werten im DAX, der insgesamt schwächer tendierte.

Chefwechsel öffnet Zeitfenster

Ein weiterer von Bloomberg hervorgehobener Aspekt ist der angekündigte Abgang von Vorstandschef Thierry Bernard. Qiagen hatte bereits im November mitgeteilt, dass Bernard das Unternehmen verlassen werde, sobald ein Nachfolger gefunden sei. Laut den von Bloomberg zitierten Quellen gilt dieser Schritt als ein Faktor, der potentielle strategische Optionen erleichtern könnte.

Qiagen wird an der Börse aktuell mit rund 8,5 Mrd. Euro bewertet. In den vergangenen zwölf Monaten hatte die Aktie allerdings deutlich an Wert verloren. Das Unternehmen versorgt eigenen Angaben zufolge weltweit mehr als 500.000 Kunden aus Forschung, Pharmaindustrie und klinischer Diagnostik.

Spekulationen über eine mögliche Übernahme begleiten Qiagen seit Jahren. Manch uneingelöste Spekulation hatte auch schon den Abgang der Unternehmensführung zur Folge, wie gerüchteweise der Rücktritt des langjährigen Vorstands Peer Schatz 2019. In dessen Folge hatte dann bereits 2020  Thermo Fisher Scientific ein Übernahmeangebot in Höhe von rund 12 Mrd. US-Dollar vorgelegt, das später zurückgezogen wurde. Auch Gespräche über einen Zusammenschluss mit dem französischen Diagnostikkonzern bioMérieux führten nicht zu einer Transaktion. Die aktuelle Kursbewegung basiert nun erneut auf Bloomberg-Berichten über eine mögliche Neubewertung der strategischen Ausrichtung des Unternehmens.

Ob trotzdem noch ein neuer Vorstandsvorsitzender gesucht wird oder gar schon gefunden ist, bleibt derzeit unklar.

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